,

Bürgerversammlung 2024 – Rückblick und Ausblick auf viele Projekte

Bürgermeister Josef Loferer bei seinen Ausführungen

Schleching – Auf der gut besuchten Bürgerversammlung hielt Bürgermeister Josef Loferer zunächst einen Rückblick auf ein Jahr, in dem viele Projekte angepackt und fertiggestellt und für dieses Jahr geplant und vorbereitet wurden.
Der aktuelle Stand der Bevölkerung ist leicht gestiegen auf insgesamt 2.422 aufgeteilt in 1.921 Bürger mit Hauptwohnsitz und 501 mit Nebenwohnsitz.
Neue Mitarbeiter im Rathaus sind Tobias Kollmannsberger, zuständig für Tiefbau und Bautechnik, Stephanie Oberessl als Kämmerin und Roland Boser für den Bauhof. Das Rathaus wurde neu verkabelt und eine Serverumstellung durchgeführt. Da an der Bundesstraße 307 noch weiße Flecken für den Mobilfunk nachgewiesen wurden, muss am Geigelsteinparkplatz ein neuer Mobilfunkmast gebaut werden. Der Verwaltung war es wichtig, dass ein Mobilfunkgutachten bezüglich der Strahlenbelastung durchgeführt wird, das Ergebnis lautete, dass alle Werte ordnungsgemäß eingehalten werden.
Den Bürgermeister sehen und hören kann nun jeder Bürger durch die Einführung eines Video Podcast unter dem Motto „Der Bürgermeister informiert“. Beim Gemeinderat gab es einen Wechsel, Michael Scheck gab sein Amt nach fünfzehn Jahren an den Nachfolger Andreas Hafner ab.

Thema Breitband
Zum Thema Breitband war Johannes Gallitscher von dem Familien-Unternehmen Avacomm Systems GmbH vor Ort. Loferer erklärte, dass unter dem Motto „Alle oder Keiner“ der Ausbau mit Glasfaser-Kabel in den Ökomodell-Gemeinden geplant wurde und nur so auch für Schleching als letzten Ort im Tal ermöglicht wird. Gallitscher stellte sein Familien-Unternehmen, das 2001 gegründet wurde und nur regional tätig ist, vor. In Anbetracht des zu erwartenden immer größer werdenden Datenwachstums verbaut dieses Unternehmen keine Kupfer –sondern nur noch Glasfaserkabel, da dieses Kabel entschieden mehr Vorteile bietet, wie die schnellere Verarbeitung von größeren Datenmengen, geringeren Stromverbrauch und Störanfälligkeit, um nur wenige Punkte zu nennen. Außerdem ist die eventuelle Abschaltung von Kupfernetzen bis 2032 geplant. Es wurde eine Kooperation mit den Gemeinden des Achentals eingegangen, die den Bau eines komplett neuen Netzes mit einer Verlegung von über 250 Kilometern Trasse beschlossen hat. Der geplante Baustart ist in diesem Jahr, der Ausbau beginnt von Nord nach Süd, was für Schleching bedeutet, dass der Ort erst zum Schluss in den Genuss des Ausbaus kommt, zirka Ende 2027.

Bericht vom Bauhof
Viel zu berichten gab es vom Bauhof. Loferer führte die diversen Sanierungsarbeiten auf, die im Rahmen der Möglichkeiten von den Mitarbeitern des Bauhofs selbst durchgeführt werden konnten, wie Wegebau und Steigsanierungen auf dem Weg zur Blasialm und Zellerhofsteig, Wirtsalm, Käferlschneid und Steig zum Geigelstein. Die Unterstellmöglichkeiten für die Geräte werden immer weniger, darum wurde eine Unterstellgarage eigenständig errichtet. Ebenso viele Baumarbeiten, die auf Grund der Klimaveränderung und den vermehrt auftretenden Stürmen nötig waren. Bei der Technik gab es einen Schneepflug für den Lader, um immer schnell vor Ort selbstständig tätig werden zu können.
Als bäriges Projekt bezeichnete Loferer die neu erstellte Unterstellhütte in Ettenhausen für die Pistenraupe, das nur durch den ehrenamtlichen Einsatz des Skiclubs möglich war. Die Materialkosten übernahm die Gemeinde.
Neu eingeführt wurden das Handyparken „Parken per Parkster-App“ sowie eine öffentliche Doppel-Ladesäule für E-Autos. Eine Säule für das neue E-Auto des Sozialen Netzwerkes Schleching und eine Säule für Gäste gegen Gebühren.
Saniert wurden die Toiletten im Musikpavillon. Auch wurde am Pavillon die Lautsprecheranlage erneuert. Ebenfalls in Atem gehalten haben die Sanierung des Hochbehälters in Raiten, die Straßenarbeiten der Hinteren Achbergstraße/Gemeindeverbindungsstraße nach Unterwössen, wofür die Vorarbeiten für die Böschungssicherung durch den Bauhof durchgeführt werden konnten sowie Ausbesserungsarbeiten an der Achbergstraße, die Sanierung der Weitwiesstraße, die von der Planung bis zur Umsetzung nur acht Wochen benötigte und keine Umlage für die Anwohner brachte. Weitere Projekte waren der Bau der Löschwasserzisterne im Gewerbegebiet und am Hinteren Achberg. Es wurden alle Hydranten geprüft, um einen digitalen Hydrantenplan für die Feuerwehr zu erstellen.
Förderlich im Sinne von „das kann Leben retten“ fand Bürgermeister Loferer die „Feuerbeschau“ in allen kommunalen Gebäuden und privaten Sonderbauten. Auch die neuen Pager (Funkwecker) für die freiwilligen Feuerwehrler begrüßte er. Die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr findet am Freitag, 1. März um 19.30 Uhr „beim Hopfei“ statt, eine Pump Party der Feuerwehr am Samstag, 16. März ab 21 Uhr.
Bei den sechzehn aktiven Einsatzkräften und acht Anwärtern der Bergwacht bedankte sich Loferer für ihr großes Engagement, sie hatten zehn Einsätze im letzten Jahr, meist handelte es sich um gestürzte Wanderer. Loferer bat, sich nicht leichtfertig in den Bergen zu verhalten und daran zu denken, dass auch die freiwilligen Helfer der Bergwacht nicht in Gefahr kommen; denn auch sie haben meist Frau und Kinder daheim.

Die jungen Schlechinger
Auch die jungen Schlechinger Bürger waren Thema bei der Bürgerversammlung. So beteiligten sich Kindergarten und Krippe bei der „Aktion saubere Landschaft“ und einem „Erste Hilfe Kurs für Vorschulkinder“. Ein Besuch beim Waldkindergarten zeigte, dass die Jüngsten schon früh lernen, sich umsichtig im Gelände zu bewegen. Gefreut hat sich Josef Loferer über die Ergebnisse der Jugendideenwerkstatt, bei der sich zeigte, dass die Jugendlichen ihre Heimat schätzen.
In der Schule fanden ebenfalls etliche Aktionen statt, wie Pflanzaktionen von Sonnenblumen im Schmetterlingsbeet, Besuch von Ausstellungen und der Bücherei, wo sich die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen gern Zeit nehmen für eine Vorlesung mit Bildern.
Das Soziale Netzwerk läuft seit Februar 2023 unter der Leitung von Wolfgang Zintel, es liefen diverse Veranstaltungen, wie zum Beispiel der Ausflug der Senioren zur Dalsenalm und das Pizzaessen beim Großn sowie einmal im Monat das beliebte „Gute Laune Frühstück“, dass nur von den ehrenamtlichen Helfern organisiert wird. Bürgermeister Loferer bedankt sich auch ausdrücklich beim Team Gute Laune Frühstück.
Auch beim „Bergsteigerdorf“ tat sich einiges, es wurde an der Jahrestagung vom DAV teilgenommen, eine Bürgerwerkstatt mit dem Einsammeln von Ideen initiiert. Nach Auswertung der vielen Ideen aus der Bürgerwerkstatt wurde für 2024 das Jahresmotto „Wasser“ festgelegt.
Vorträge und Treffen mit Partnergemeinden wurden organisiert sowie eine große Schwendaktion für die Skiabfahrt am Geigelstein.
Bericht vom Achental Tourismus
Elisabeth Keihl, Vorständin beim Achental Tourismus gKU, gab ein Statement zum Thema. Dabei zeigte sie die Entwicklung der Zahlen bei den Übernachtungen, die in Schleching -entgegen dem Trend im Achental- sinken. Gestiegen sind die Zahlen insbesondere bei den online buchbaren Gastgebern, auch in Schleching. Hier sah Elisabeth Keihl einen positiven Trend, auch bei der Steigerung der Bettenzahlen im Ort. Durchgeführte Maßnahmen zur Verbesserung waren und sind die Gründung eines Arbeitskreises „Tourismus“ im Gemeinderat, Informationsveranstaltung und Schulungstermine (Online Buchbarkeit) , der Fördertopf für Beratung mit Ursula Düsterhöft und fortlaufende Einzelgespräche mit Gastgebern. Eine lange Liste mit Projekten aus 2023 und Themen und Projekt-Ausblick für 2024 rundeten den Vortrag mit positiver Perspektive ab.

Ausblick für 2024
In diesem Jahr stehen große Projekte auf der Agenda. Dazu gehören die Sanierung der Achenbrücke Raiten/Unterwössen, die Brücke wird voraussichtlich ab Mitte April bis Ende September vollgesperrt sein. Der Bau des Wohnmobilstellplatzes soll ab Frühjahr beginnen, mit der Fertigstellung wird im Sommer gerechnet. Der Spielplatz soll ein Update bekommen, der Bauhof ein neues Materiallager.
Die „Aktion saubere Landschaft“ an der sich alle Bürger und Gäste beteiligen können, startet am Samstag, 23. März um 9 Uhr in den verschiedenen Ortsteilen. Der Abschluss der Aktion findet am Dorfplatz statt, wo auch für das leibliche Wohl gesorgt wird.
Sicherheit für die Bevölkerung
Die Erneuerung und zum Teil Umsetzung der Sirenen mit Ansagen für die Bevölkerungswarnung wird gestartet.
Für die öffentliche Sicherheit und Ordnung informierte Bürgermeister Loferer, dass bei einem Katastrophenfall der Treffpunkt bei der Grundschule Schleching ist. Er fand es wichtig, dass es einen Anlaufpunkt im Notfall gibt.

Schulumbau

Planer Toni Entfellner erläutert den Schulumbau

Für das monetär größte Projekt „Umbau der Schlechinger Grundschule“ informierte Planer Toni Entfellner über den aktuellen Stand. Inzwischen ist bekannt, dass für die Ganztagsschule ein Stockwerk aufgesetzt wird, so dass später zwei Geschosse nutzbar sind. Kurz vor den Osterferien soll es los gehen mit dem Aufstellen eines Bauzaunes. Die Fertigstellung des Umbaus ist für April 2025 geplant und wird hauptsächlich in den Ferien durchgeführt.

 

Wünsche und Anträge der Bürger
Thomas Wilde fragte -wie voriges Jahr auch schon- was es Neues von der Wuhrsteinalm gibt. Er sah Stillstand und Chaos, obwohl das ein wichtiges touristisches Thema ist, bei dem die Gemeinde gerade als Bergsteigerdorf tätig werden müsste. Bürgermeister Loferer konnte keine Auskunft geben, da der Gemeinde leider auch nichts bekannt ist und die Wuhrsteinalm im Privatbesitz ist.
Das zweite Thema von Thomas Wilde war der Dorfladen. Er fragte, wie die Gemeinde den Dorfladen unterstützen will und ob die Gerüchte über eine Mieterhöhung stimmen? Loferer verwies dazu auf die Gemeinderatssitzung am 25. März, wo alle Fakten auf den Tisch kommen sollen.
Josef Schießl startete einen Vortrag am Rednerpult mit recht sarkastischem Ausdruck. Er beanstandete das Verhalten der Gemeinde bei der Planung der Wasserversorgung am Achberg und verwies auf die seit über 60 Jahren genutzten Quellfassungen, die saniert werden und das Wasser dann nach neuestem technischen Stand aufbereitet werden könnte. Bei dem von der Gemeinde geplanten Anschluss an die Wasserversorgung aus Ettenhausen „sorgte“ sich Schießl um die Kosten, und stellte unsachliche Thesen auf, die er dann auf weitere Themen medisant ausweitete. Josef Loferer verwies bei dem „Wasserthema“ auf die zeitnah erfolgende Verbandsversammlung des WBV Achberg.
Axel Friedmann interessierte die Sichtweise der Gemeinde zum Projekt „Nahwärmeversorgung Ettenhausen“, er erkundigte sich, ob die Gemeinde ein Grundstück hierfür zu Verfügung stellt und welche Sicherheiten für die Durchführbarkeit des Projekts gegeben sind. Loferer erläuterte, dass er nicht aktiv in dieses Thema eingebunden ist und empfahl ein Gespräch mit dem Geschäftsführer der Genossenschaft, wollte aber Friedmann weitere Unterlagen zukommen lassen.
Wolfgang Knizia beschwerte sich über die -seiner Meinung nach- zu große Erhöhung der Hundesteuer und verwies mit niedrigeren Zahlen auf andere Gemeinden.
Außerdem regte er an, dass die Gemeinde über eine „Anleinpflicht für Hunde“ nachdenken sollte und übergab eine Hundeanleinverordnung einer anderen Gemeinde.
Franz Loferer beklagte die menschlichen Hinterlassenschaften um den Ortsteil Wagrain herum, besonders im Bereich der alten Grenzstation. Bürgermeister Loferer appellierte an die Eigenverantwortung der Menschen und verwies auf das nahe gelegene Dixi-klo unter der Brücke.
Peter Follin erkundigte sich, was es mit dem Werbefahrzeug der Gemeinde auf sich hat, da er diesbezüglich einen Anruf erhalten hatte. Bürgermeister Loferer klärte auf, dass die Gemeinde Schleching die Schülerbeförderung ab Juni 2024 in Eigenregie übernimmt. Dafür wird ein Schulbusfahrer gesucht. Um für den neuen Bus rund 50.000 Euro Kosten einzusparen, hat sich der Gemeinderat dafür entschieden, ein Angebot für ein „kostenloses“ Fahrzeug, welches sich ausschließlich durch Werbung finanziert, anzunehmen. Dafür wurden alle Gewerbetreibenden angeschrieben.
Peter Follin wollte weiter wissen, warum das Rufbus-Projekt abgelehnt wurde. Dazu konnte der Bürgermeister berichten, dass sich das Projekt von selbst zerschlagen hat, da nicht alle Gemeinden teilnehmen wollten und auch aufgrund der hohen Kosten.
Hans-Peter Haumaier fragte, wie sich der Turnraum im neuen Obergeschoß der Schule bei der Lärmentwicklung auf die darunterliegenden Klassenzimmer auswirkt?
Planer Toni Entfellner erklärte, dass hierfür extra eine schallschutztechnische Messung durchgeführt wurde, bei der festgestellt wurde, dass alle Normwerte eingehalten werden.
Fritz Wetter fragte, ob das neue Schulgebäude barrierefrei sei, worauf Entfellner bestätigte, dass ein Plattform-Lift eingebaut wird, damit alle Kinder die Stockwerke erreichen können.
Bürgermeister Josef Loferer bedankte sich zum Schluss bei allen Bürgern, die sich engagieren, beim Gemeinderat, bei allen ehrenamtlich Tätigen und bei Johanna Detsch, die sich viel Arbeit mit den Präsentations-Unterlagen für die Bürgerversammlung gemacht hat. Er erwähnte den verstorbenen Dr. Jan Bodo Sperling, der ihm immer ein aufrichtiger und guter Gesprächspartner war. Loferer wünschte sich, dass sich die Menschen Zeit füreinander nehmen und einander zuhören.
wun
Fotos Uwe Wunderlich

Sybilla Wunderlich (wun), Maisbachweg 4, 83259 Schleching, Tel. 08649-9869273, Sybilla.Wunderlich@t-online.de
23. Februar 2024